A message of hope for Greater Dandenong

Published in a Local Newspaper Star Journal in June 2020


“Welcome to Greater Dandenong, one of the most diverse cities worldwide with more than two hundred different communities of language, faith, culture and heritage.”

This greeting still resonates with me after five years, when I first moved to this city to live and work in one of these communities. My community is a German Lutheran Church in the heart of Springvale with a history of over 60 years and proudly engaging in environmental sustainability initiatives to ensure its future. My time so far has been a period of great enrichment and learning for me, but none more so than recent weeks since the Coronavirus impacted on our city. For us all it has presented challenges on many levels, personally, our faith communities, our environment, and our society. And yet it’s been an experience that strengthens our important bond and commitment to one another. Because uppermost in this crisis is the realisation of how important it is to be in a good, supportive and peaceful community. Six weeks in isolation remind us that as individuals, we are always in need of and part of a greater community.

It’s no different in the Interfaith Network of the City of Greater Dandenong. Many faith communities were not able to gather at their places of worship. And even with eased restrictions our gatherings and the way we celebrate our faith and traditions will be vastly different from now on.

This new crisis puts to the test the core common values of our varied communities living in a shared city. More than ever the united statement of the Interfaith Network of Greater Dandenong is inspirational and comforting in its message:

“We bring greetings from the faith communities to the Mayor, Councillors and people of Greater Dandenong.

We offer to the City of Greater Dandenong our common commitment to seek to live together in peace and goodwill.

We affirm our desire to promote respect and tolerance for the integrity of each other’s beliefs, cultures, and traditions.

We recognise that as neighbours, we have responsibilities to the community, the world and ourselves.

We therefore urge all citizens, both religious and non-religious, to put aside intolerance, prejudice and divisiveness, to attain peaceful and fruitful co-existence in our City.”


It is through solidarity, sensitivity and non-violence, through justice, compassion and honesty, through patience, endurance and help that we strengthen our community and our city.

On behalf of St. John´s German Lutheran Parish and as Vice- Chairperson of the Interfaith Network,
Pastor Peter Demuth

Von Kronstadt nach Melbourne

Adz Artikel, Dienstag 14.03.2017 Theologen­Ehepaar Anna und Peter Demuth pendeln zwischen drei Kontinenten Von: Dieter Drotleff 

https://adz.ro/artikel/artikel/von-kronstadt-nach-melbourne

Peter Demuth wandte sich bei seinem kürzlich stattgefundenen Besuch als Gast aus dem fernen Australien an die zahlreichen Gemeindeglieder in der Blumenauer Kirche.


Grüße vom Südpol von Anna und Peter Demuth, ihren beiden Söhnen Antonio-David und Paulo-Samuel waren in der letzten Ausgabe der „Lebensräume in der Honterusgemeinde“, nachdem diese im Dezember 2015 nach Australien gegangen waren, zu lesen. Und schon nach wenigen Wochen konnte Pfarrer Peter Demuth, der sechs Jahre lang in der Kronstädter Honterusgemeinde mit seiner aus Brasilien stammenden Ehegattin wirkte, die Grüße nun auch persönlich am Sonntag, dem 26. Februar l.J. an die zahlreich erschienenen Gemeindeglieder in der Blumenauer Kirche richten, mit diesen Erinnerungen auffrischen, auf die zahlreichen Fragen antworten.

Blumenau

Gestaltet wurde der Gottesdienst von den Lektoren der Honterusgemeinde Ingeborg Filipescu, Arthur Arvay und Uta Albert. Ingeborg Filipescu fiel auch die freudige Aufgabe zu, Pfarrer Peter Demuth zu begrüßen, der abschließend seine Freude ausdrückte, alle wieder zu sehen, und auch Grüße von seiner Frau Anna vermittelte. „Ich bin zu Hause. In dieser Gemeinschaft haben wir Genugtuung und Gemeinschaft erlebt“ betonte er. Bei dem anschließenden Kirchenkaffee im Gemeinschaftsraum des Altenheimes Blumenauwurden dann Meinungen ausgetauscht, in Gesprächen bezog er sich auf seine Familie in dem entfernten Australien, auf den Dienst in der neuen evangelisch-lutherischen Gemeinschaft, die sie dort betreuen, auf die Art wie sie sich dort, nahe des Südpols, an ihr neues Leben und dem Umfeld anpassen konnten.

Geboren wurde Peter Demuth am 31. August 1983 in Schäßburg. Nach dem Studium der Theologie in Leipzig, wo er auch seine Frau kennenlernte, fand seine Ordination als Pfarrer in der Kronstädter Honterusgemeinde am 12. Dezember 2009 in der Schwarzen Kirche statt. Vorgenommen wurde diese von Altbischof D.Dr. Christoph Klein, Stadtpfarrer Christian Plajer, damals auch Dechant des Kronstädter evangelischen Kirchenbezirkes, den Pfarrern Andrei Pinte und Hannelore Agnethler. Zur Seite stand ihm seither in Kronstadt seine Frau Anna Leticia, die er während des gleichen Studiums in Leipzig kennen gelernt hatte. Die deutschstämmige Brasilianerin, geboren in Santa Cruz do Sul, auf den Mädchennamen Schulz Vaz, wurde als Religionspädagogin ebenfalls in Leipzig ausgebildet.

Sie kam mit Peter Demuth 2008 nach Rumänien, einem Land mit ähnlichem lateinischen Hintergrund wie ihre Heimat. Anfangs trat das junge Paar das Vikariat in Heltau an. In Kronstadt fanden sie dann schnell Anschluss an die Kirchengemeinde. Er als Pfarrer, sie übernahm die Krabbelgruppe, implizierte sich in die Seniorenarbeit im Altenheim. Besonders widmeten sich beide den Jugendlichen aus der Honterusgemeinde. Nach sechs Jahren Aufenthalt in Kronstadt, nachdem hier auch ihre Zwillinge David und Samuel zur Welt kamen, gingen sie ihrer neuen Berufung nach u.zw. in das entfernte Australien. Die Ausreise erfolgte mit nur vier Koffern, die vor allem theologische Schriften enthielten. In Melbourne übernahmen sie eine der beiden da befindlichen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden. Die Johannesgemeinde mit ihren rund 300 Mitgliedern im Stadtteil Springvale besteht seit 1960. Da wurden sie bestens aufgenommen.

Schwarze Kirche

Pfarrer Peter Demuth antwortete bereitwillig auch auf einige unserer Fragen, die wir an diesem sonnigen, ersten warmen Sonntag seit Jahresbeginn an ihn bei dieser Zusammenkunft richten konnten. Auch die anwesenden Kronstädter Kirchenglieder überschütteten ihn mit zahlreichen Fragen, auch bezogen auf seine Familie, den Zwillingen, die nun den Kindergarten besuchen. Die ganze Familie hat sich nun in Australien auch die englische Sprache angeeignet. Für Pfarrer Peter Demuth war die größte Herausforderung, Englisch im Verkündigungsdienst zu verwenden. Diesbezüglich hat er sich auch den Gegebenheiten angepasst und tut dieses nun problemlos.

Welches war der Anlass, dass Sie diese Reise aus dem weiten Australien nach relativ kurzer Zeit, nachdem Sie das Lande verlassen haben, jetzt auf sich genommen haben?

Ich wollte ein bisschen Urlaub machen und meine da verbliebene Familie besuchen, die in Schäßburg lebt. Und natürlich auch, um hier in Kronstadt in der Honterusgemeinde kurz zu weilen, wo wir einige schöne Jahre verbracht haben.

Wie wurden Sie in Melbourne in der Johannesgemeinde aufgenommen, die Sie nun betreuen?

Sehr gut, wie auch die Stimmung in dieser Gemeinde ist. Herzlich und sehr familiär. Eine Heimat in der Fremde, sagen wir mal so.

Haben Sie in ihrer neuen Kirchengemeinde auch Angehörige, die aus Siebenbürgen stammen?

Leider nicht. Leider! Wir haben ein Gemeindeglied, das im Stammbaum Familienmitglieder hat, deren Ursprung aus Siebenbürgen kam. Übrigens aus Schäßburg, meiner Geburtsstadt.

Sprachlich, wie feiern Sie die Gottesdienste?

Mehrheitlich in deutscher Sprache, aber immer mehr auch englisch. Ich vergleiche das mit der hiesigen Situation, wo wir in der Honterusgemeinde auch Gottesdienste einmal monatlich in rumänischer Sprache abhalten. Und auch bei sonstigen Anlässen, wenn die Mehrheit bei einer Trauung oder Taufe nicht der deutschen Sprache mächtig ist, und wir uns dann auch rumänisch an diese wenden.

Sind die Mitglieder der Johannesgemeinde, die Sie nun betreuen, außer auf kirchlicher Ebene auch gesellschaftlich oder kulturell organisiert?

Leider gibt es da keine weitere Vertretung, sagen wir im kulturellen Sinn. Viel Kulturtätigkeit geschieht im Rahmen der Kirchengemeinde, so dass wir auch diese Aufgabe übernehmen.

Als Pfarrer engagieren Sie sich somit außer in den geistlichen und seelsorgerischen Aufgaben auch in anderen, wie die Veranstaltung von gesellschaftlichen Tätigkeiten?

Ja! In Melbourne gibt es zwei deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinden. Wir arbeiten sehr eng zusammen. Wir wechseln da ab, beispielsweise was Kirchenmusik betrifft. Wir haben ein traditionelles Gemeindefest, das an den mittelalterlichen Luthermarkt in Wittenberg erinnert. Dabei kommt Martin Luther, natürlich verkleidet und verkörpert von einem Gemeindeglied zu Besuch. Dabei werden die 95 Thesen angeschlagen. Es gibt also oft Veranstaltungen, sowohl im kirchlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich.

Haben Sie heuer im Jubiläumsjahr der Reformation besondere Veranstaltungen in der Kirchengemeinde eingeplant?

In der Kirchengemeinde, ja. Wir arbeiten auf eine größere Hauptveranstaltung hin. Wir fragen uns dabei, wie wir dieses weitergeben, die Rolle der Reformation in unserer Großstadt vermitteln.

Außer diesen beiden evangelischen Kirchengemeinden, gibt es derart weitere auf dem Kontinent, wo Sie nun leben?

Es gibt noch eine evangelische Kirche Australiens. Die ist aber englischsprachig und in ihrer Spiritualität und auch in dem Gottesdienstvollzug doch unterschiedlich von den deutschsprachigen evangelischen Kirchen und deren Tradition.

Ist Ihre Frau als Religionspädagogin auch aktiv in dem neuen Umfeld?

Ja, sie tut es jetzt ehrenamtlich und bringt sich hauptsächlich in der Arbeit mit Kindern und Familien ein. Und so findet der Anschluss auch unserer beiden Kinder mit den Deutsch sprechenden Familien statt.

Welches ist der Unterschied zwischen der hiesigen evangelischen Honterusgemeinde und der in Australien, die Sie nun betreuen?

Ich sehe den Unterschied vor allem in der langen Tradition und der Verantwortung, die damit auf uns lastet und mitkommt. Das fehlt oft in meinem neuen Umfeld. Unsere Gemeinde ist noch sehr jung, sie feierte das 55-jährige Bestehen. Somit sind es Gemeindeglieder erster Generation, die dieser von Anfang angehören. Daher fehlt die Tradition.

Das gesamte Leben von Familie Demuth verläuft ganz anders als in Siebenbürgen. Vor allem ist es eine abenteuerliche Umwelt, mit der sie sich vertraut machen musste. Melbourne ist eine Weltstadt, an deren Verkehr man sich anpassen muss, wo man zahlreiche Kulturangebote wahrnehmen kann. Aus der Gebirgslandschaft Rumäniens kommend, haben sie nicht weit südlich das Meer. Im Garten, in Parks, im Wald hat man auch Überraschungen mit der Tier und Vogelwelt, die einem ganz fremd ist. Doch wie allgemein, haben Kinder keine Zurückhaltungen, sodass sich die fünf Jahre alten Zwillinge besonders gut angepasst und eingelebt haben. Peter und Alicia Demuth werden ihre Kontakte zur Honterusgemeinde auch aus Australien nicht abreißen lassen, wie auch nicht zu den beiden Ländern auf den weiteren zwei Kontinenten von denen sie stammen, um ihre Eltern und Verwandten zu besuchen.

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Neu in Melbourne: Pastor Peter Demuth von Kronstadt nach Springvale

Article by Claudia Raab on www.deutscheinmelbourne.net

Viel Vorfreude, leichtes Gepäck und ein wenig schweres Herz

Es war eine Reise von der alten in die neue Heimat mit viel Vorfreude, sehr leichtem Gepäck, aber auch ein wenig schweres Herz, die die neue Pfarrfamilie der deutschen Johannesgemeinde in Melbourne im Dezember vergangenen Jahres antrat. “Wir haben nur vier Koffer mitgebracht”, erinnert sich Anna Leticia und lacht. Während andere ihren gesamten Hausstand in große Boxen verpacken und nach Australien verschiffen, entschlossen sich die Demuths, ihn zu verschenken
“Wir haben alles ausgestellt, Freunde eingeladen und gefragt, ob sie etwas von uns behalten möchten. Das war eine schöne Sache,” erzählt Anna und Pastor Peter Demuth stimmt zu. Mit im Gepäck waren allerdings die heiß geliebtesten und die meist benutzten theologischen Bücher. Jedoch: “Viele habe ich meiner Gemeinde gespendet. Ich darf sie aber lesen und eins mitnehmen, wenn ich zu Besuch komme”, lacht der 32-jährige verschmitzt.

Deutsche Johannesgemeinde in Melbourne seit 1960

Das verschmitzte Lächeln, das Demuth auf Anhieb zugänglich-offen und vertraut-freundlich wirken läßt, wird sich während unseres Gesprächs in der Kirchhalle der deutschen evangelisch-lutherischen Johannesgemeinde noch oft auf seinem Gesicht zeigen. Deutsche Einwanderer gründeten sie 1960. Sie hatten sich in und um Melbournes Stadtteil Springvale niedergelassen. Viele von ihnen hatten Arbeit in zwei großen deutschen Fabriken in der Nähe gefunden.
Die Johannesgemeinde ist also, ebenso wie ihre Schwestergemeinde – die deutsche Dreifaltigkeitskirche in East Melbourne – eine deutsche Minderheitsgemeinde in Australien. Eine Situation, mit der der deutschstämmige Rumäne nur allzu vertraut ist. Geboren ist er in Schäßburg (Sighişoara) in Siebenbürgen-Sachsen, dem Gebiet im heutigen Rumänien, in dem die deutsche Minderheit lebt. Dies ist eine Region, in der Deutsch und Deutsches alltäglich sind, in der Kinder in deutschsprachige Kindergärten, auf deutschsprachige Schulen gehen. Es gibt sogar deutschsprachige Universitäten dort.

Seit 13. Jahrhundert Deutsche in Siebenbürgen-Sachsen


“Im 13. Jahrhundert wurden Deutsche von dem damaligen ungarischen König nach Siebenbürgen gerufen, um die östliche Grenze des Königreichs zu schützen und aufzubauen. Seitdem wird die deutsche Sprache und Kultur dort gepflegt und ist auch heute noch lebendig,” erklärt Demuth. Große Einschnitte erfuhr die deutsche Gemeinde allerdings nach dem Mauerfall zwischen West- und Ostdeutschland, mit dem nach Demuths Schätzungen rund 30 bis 40.000 Siebenbürgen- Sachsen nach Deutschland migrierten.

Dennoch bleibt die Region geprägt von deutscher Kultur und Sprache, sagt Demuth. Sein Vater, dessen Familiennamen er trägt, stammt allerdings von einer anderen, ethnischen Minderheit in Rumänien: den Ungarn. Somit ist der Theologe mit drei Sprachen aufgewachsen: mit Deutsch, Ungarisch, Rumänisch.


Kirche hatte und hat großen Einfluss auf öffentliches Leben


Und mit der Kirche: Denn obwohl der kommunistische Staat beispielweise in der ehemaligen DDR das Leben der Kirchen schwer machte, habe der rumänische Staat, so Demuth, nicht unbedingt aktiv gegen die Kirche gearbeitet. Also hatte die Kirche Einfluß? “Ja, ja, ja,” bestätigt der Pastor. “Nicht nur auf das kirchliche Leben, sondern auch auf das öffentliche. Die Gemeinden waren gut strukturiert und organisiert. Sie waren in sogenannte Nachbarschaften eingeteilt, die füreinander sorgten.” Beispielsweise wurde nach einer Hochzeit, gemeinsam für das frisch verheiratete Paar ein Haus gebaut.


Nahm dieser Einfluß in moderneren Zeiten auch ab, gehört die Kirche noch immer zum Leben dazu. Auch für Jugendliche. Wie viele andere von ihnen, sei er in der Jugendzeit zum Gottesdienst gegangen, sei in der Kirche aber nicht sehr aktiv gewesen, gibt der Pastor zu. Dennoch habe er nach der Schule “ein Gefühl” gehabt, Theologie zu studieren. Damals nicht unbedingt mit dem Ziel, als Pfarrer eine Gemeinde zu leiten. Eher, um Antworten zu finden auf seine Fragen. Nach Gott. Nach dem Glauben. Danach, wie man ihn erklärt und versteht.


Erleben des gemeinsamen Glaubens wichtig

Hat Demuth die Antworten im Studium gefunden? Er zögert. Wieder erscheint das verschmitzte Lächlen auf seinem Gesicht. “Ja,” sagt er schließlich bedächtig und schränkt ein, dass vielleicht nicht alles an der Wissenschaft festgemacht werden solle. Das Erleben des gemeinsamen Glaubens, das Teilen und Austauschen während seiner Arbeit in Gemeinden als Student, sei ein wichtiger Aspekt gewesen, um diese Fragen zu beantworten, meint er.


Der Wunsch, Pfarrer zu werden, formte sich mehr und mehr. Doch zuvor erhielt Peter Demuth 2006 ein Stipendium des Gustav-Adolf-Werks unter der Obhut der evangelischen Kirchen in Deutschland, um an der Universität Leipzig zu studieren. Eine einjährige Assistenz am dortigen Lehrstuhl für Ökumene und Diaspora schloß sich an.


Von prachtvoller, gothischer in bescheidene, moderne Kirche


2008 kehrte der Rumäne in seine Heimat zurück. Der Aufenthalt in Deutschland hat ihn nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch seine Frau finden lassen. Die deutschstämmige Brasilianerin Anna Leticia, die Religionspädagogik in Leipzig studierte, folgte Peter Demuth, nachdem sie ihre Abschlußarbeit in Brasilien eingereicht hatte, ins rumänische Heltau. Hier trat er seine Vikarstelle an, bevor er ein Jahr später in Kronstadt eine Pfarrstelle bekam und in der berühmten, prächtigen Schwarzen Kirche predigte.
Fünf Jahre hatte sich das rumänisch-brasilianische Paar gegeben, das neben Liebe und Glauben, auch durch deutsche Kultur, Sprache und Geschichte vereint ist. Dann wollten sie schauen, wie und vor allem, in welchem Land es für sie weiter gehen sollte. Fünf Jahre, in denen die mittlerweile vier Jahre alten Zwillinge Antonio-David und Paulo-Samuel geboren wurden, und sie zufällig die Stellenanzeige der deutschen evangelisch-lutherischen Johannesgemeinde in Australien sichteten.

Herausforderung: deutsche Kirche in englischsprachigem, multikulti Australien

“Die Gemeindearbeit, der Gemeindeaufbau,” kommt die Antwort fast wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, warum sie sich beworben haben, ohne je zuvor in Australien gewesen zu sein. Gereizt habe sie die Fragen, “Wie sieht die Kirche im 21. Jahrhundert aus? Wie kann man in der Gemeinde zum christlichen Glauben einladen? Was hat sie zu bieten? Nicht nur ihren Gemeindegliedern, sondern auch der Gesellschaft?” Die Johannesgemeinde ist gerade dabei sich neu zu definieren – auch im Bezug auf ihre Existenz als deutsche Kirche in einer englischsprachigen, australischen multikulturellen Gesellschaft. Hier sieht er die Chance, seine Expertise und Erfahrung einzubringen.
Deutlich wird für beide, dass die Gemeinde beziehungsweise die Gemeinschaft wichtig ist. Mit der Gemeinde will Demuth eng zusammen arbeiten und zunächst relevante, realistische Zukunftsziele setzen. Diese Phase wird in den nächsten Monaten abgeschlossen sein. Dann geht es an die Umsetzung. Demuths persönliches Ziel ist erst einmal das folgende: “Die Gemeinde so gut zu betreuen, wie sie von meinem Vorgänger Wilhelm Stern betreut worden ist.”


Der Gemeinde im Ausland ein Stück Heimat schenken

Ansonsten gilt es sich zunächst einmal weiter in Melbourne einzuleben: Sich an die großen Distanzen zu gewöhnen und die englische Sprache, die er bisher gut meistert. Dennoch gibt Demuth zu, dass ihn Gottesdienste auf Englisch noch große Vorbereitungszeit kosten. Das wird sich bald ändern.
Bis dahin geniesst die Pfarrfamilie, die aus einer eher gebirgigen Umgebung stammt, die Nähe zum Meer, das Wandern und Australiens üppige Vogelwelt. Sie wird voraussichtlich erst einmal fünf Jahre bleiben, um nicht zuletzt anderen in der Ferne “ein Stück Heimat” zu schenken, wie das Paar es beschreibt.


Text und Fotos 1 und 2: Claudia Raab, claudia.raab@deutscheinmelbourne.net, weitere Fotos: Courtesy of Peter Demuth

Ökumenischer Jugendrat in Europa

Erschienen auf der Webseite der Evangelischen Kirche in Rumänien (EKR)

Der Ökumenische Jugendrat in Europa heißt auf englisch Ecumenical Youth Council in Europe, abgekürzt EYCE. Das ist eine christliche, ökumenische Jugendorganisation, welche es sich zum Ziel gemacht hat, junge Menschen in Europa mit ihren verschiedenen Belangen zu repräsentieren und für sie zu agieren.

EYCE versteht sich als Teil der großen ökumenischen Bewegung und will die Stimme von Jugendlichen im heutigen politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext Europas hörbar zu machen. Das Gründungsjahr von EYCE fällt in die für die damalige Jugend bewegte Zeit, in das Jahr 1968. Die erste Vollversammlung fand 1969 in Schweden statt. Heutzutage besteht EYCE aus 26 Mitgliedern, die aus fast allen europäischen Ländern kommen. Diese Mitglieder sind – idealerweise – nationale ökumenische Jugendorganisationen aber auch – aufgrund geschichtlicher Entwicklungen bspw. im Osten Europas – konfessionelle Jugendorganisationen oder kirchliche Institutionen allgemein.

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien ist seit Mitte der 1990er-Jahre im Rahmen von EYCE aktiv, zunächst einmal durch Jugendliche aus der Bukarester Kirchengemeinde (die sogenannten „National Correspondents”); von 1999 bis 2001 stellt sie in Ioana Ivancenco die Vorsitzende des Leitungsausschusses. Adriana Florea war Vertreterin im Leitungsausschuss mit dem inhaltlichen Schwerpunkt des interreligiösen Dialogs. Sie war von 2009 bis 2011 Mitglied im Vorstand und von 2011 bis 2013 stellvertretende Vorsitzende.

Pfarrer Peter Demuth vertritt derzeit die EKR im Leitungsausschuss.

Ihr seid dazu berufen, Gerechtigkeit auszuüben.“ (Motto von EYCE, frei nach Galater 5,13)

https://www.eyce.org/

Lebensraum Kirche

Das Theologen-Ehepaar Anna Leticia und Peter Demuth über die Anfangsjahre in Siebenbürgen

Erschienen in der ADZ, Sonntag, 26. Februar 2012Lebensraum Kirche

Seit zweieinhalb Jahren ist in der Kronstädter Evangelischen Stadtpfarrgemeinde (Honterusgemeinde) ein Theologen-Ehepaar tätig. Pfarrer Peter Demuth ist gebürtiger Schäßburger, 28 Jahre jung und Absolvent der Hochschule für Evangelische Theologie Hermannstadt/Sibiu. Im Laufe eines zweijährigen Studienaufenthalts in Leipzig lernte er seine heutige Frau kennen. Die ein Jahr jüngere Anna Leticia Demuth (geb. Schulz-Vaz) kommt aus dem entfernten Brasilien, aus der deutschen Siedlung Sinimbu.

Es war für die Religionspädagogin selbstverständlich, die Möglichkeit eines einjährigen Auslandsstudiums in Deutschland wahrzunehmen. Leipzig war „eine wunderbare Erfahrung“ – Anna Leticia Demuth wollte so schnell wie möglich zurückkehren und beeilte sich, in Brasilien ihr Studium abzuschließen. „Ich belegte viele Vorlesungen und studierte nachmittags und abends“, erinnert sie sich lächelnd. Bald darauf entschloss sich das Ehepaar, nach Rumänien zu kommen. Der junge Pfarrer wurde gleich nach dem Studienabschluss als Vikar nach Heltau/Cisnădie entsandt – das Jahr, in dem er ins Berufsleben startete, betrachtet er im Rückblick als „besonders spannend“. Seine Frau hatte für kurze Zeit die Möglichkeit, in Heltau als Kirchenführerin zu arbeiten. Über diese Anfangszeit in Siebenbürgen und über die Arbeit im Rahmen der Schwarzen Kirche Kronstadt/Braşov sprach ADZ-Redakteurin Christine Chiriac mit Anna Leticia und Peter Demuth.

Photo by Min An on Pexels.com

Frau Demuth, welches waren Ihre ersten Eindrücke von Rumänien?

Anna Demuth: Die erste Begegnung mit Rumänien hatte ich während der Busfahrt hierher. Es war ein Abenteuer, fast ein Kulturschock, vielleicht auch, weil ich damals kein einziges Wort Rumänisch verstand. Natürlich habe ich im Bus auch sehr nette Menschen kennengelernt. Alle waren sehr gespannt, wieso ich aus Brasilien nach Rumänien komme.

Sind die Unterschiede zu Brasilien groß?

Peter Demuth: Wir waren voriges Jahr zusammen in Brasilien. Auf den ersten Blick ähnelt es mit Rumänien. Man hat nicht das Gefühl, in der Fremde zu sein, trotzdem unterscheiden sich die Kulturen und die Lebensweisen, sicher auch klimabedingt.

A. D.: Im Allgemeinen vergleicht man unsere Länder gerne, weil sie beide lateinischen Hintergrund haben und ähnlich sein sollten. Zum Teil stimmt es: zumindest vom Aussehen her könnten wir alle Brasilianer sein.

War es für Sie schwierig, Rumänisch zu lernen?

A. D.: Es kommt selbstverständlich auch eine Zeit, wo man gegenüber einer neuen Sprache eher auf Distanz geht. Ursprünglich dachte ich auch, ich könne hier nur mit Deutsch zurecht kommen. Durch meine Arbeit in der Gemeinde habe ich jedoch festgestellt, dass man auch Rumänisch sprechen sollte. Voriges Jahr besuchte ich mit Unterstützung der Gemeinde einen Rumänisch-Sprachkurs, der mich ziemlich schnell vorwärts brachte. Auch mit den Müttern der Kinder von der Krabbelgruppe spreche ich oft Rumänisch – so habe ich die Möglichkeit, zu üben, und gleichzeitig entsteht zu denjenigen, die kein Deutsch sprechen, eine bessere Verbindung.

Wie verlief der Anfang Ihrer Tätigkeit in Kronstadt?

P. D.: Meine Entsendung wurde im September 2009 festgelegt, den Dienst begann ich später im Herbst. Spannend war es, dass wir direkt davor in Schäßburg kirchlich geheiratet hatten und die Woche darauf schon in Kronstadt sein sollten. Es war für mich auf jeden Fall eine Überraschung, dass ich hierher entsandt worden bin. Ich hatte anfangs meine Ängste, ob ich den Anforderungen in der Honterusgemeinde gerecht werden kann. Der Start ist ziemlich gut gelungen, weil zunächst unsere Vorgänger im Amt, Hannelore und Christian Agnethler, noch da waren und uns helfen konnten. Große Unterstützung kam auch durch den Stadtpfarrer – es war und ist wichtig und hilfreich für mich als junger Pfarrer, einen erfahrenen Kollegen zur Seite zu haben.

A. D.: Ich fand Kronstadt von Anfang an sehr schön und vielseitig. Wir wurden gut aufgenommen und haben uns hier gut einleben können.

Vermissen Sie Brasilien?

A. D.: Ich vermisse meine Eltern. Meine Mutter kommt dieses Jahr zum ersten Mal nach Rumänien. Sie ist Geschichts- und Geografie-Lehrerin – also wird sie im Vergleich zum 500 Jahre jungen Brasilien hierzulande sehr vieles zu entdecken und zu sehen haben.

Wie verläuft Ihre Arbeit hier in der Gemeinde?

P. D.: Ich bin der Meinung, dass in den zwei Jahren, die wir bereits hier verbracht haben, das Kennenlernen der Gemeinde und das Einarbeiten besonders wichtig waren – wobei meines Erachtens noch keins von beiden ganz abgeschlossen ist. Es gibt immer noch Dinge, die man erfahren muss, sowohl über die Gemeindeglieder, als auch konkret über die Arbeit hier im Amt. In diesem Kontext ist die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen sehr ertragreich. Wichtig ist es auch, neue Wege zu gehen – das ist für die Arbeit meiner Frau sehr prägend. Sie hat hier einen ganz neuen Bereich betreten und mit aufgebaut.

A. D.: Ich führe die Tätigkeit von Frau Agnethler im Bereich Kinder- und Seniorenarbeit weiter und versuche, stets neue Elemente einzubringen. Bei manchen Initiativen merke ich, dass sie vielleicht noch nicht angebracht sind, andererseits gibt es schon früher begonnene Projekte, die ich jetzt wieder ins Leben rufen kann. So habe ich gelernt, dass nicht alles dann passiert, wann ich es haben will. Bei der Arbeit mit Kleinkindern von sechs Monaten bis zwei Jahren versuche ich, so viel wie möglich die Familie einzubeziehen. „Krabbelgruppe“ ist etwas, was wir aus Deutschland kannten. Wir haben hier gleich mit wöchentlichem Programm begonnen und haben immer regeres Interesse erweckt, sodass zurzeit etwa 25 Kinder eingeschrieben sind.

Manche der Eltern kommen aus unterschiedlichen Konfessionen, aber die meisten haben eine Verbindung zu unserer Gemeinde. Es ist schön zu sehen, was die Kinder alles lernen – wir machen viel Musik und Bewegung, manchmal auch „Krabbelgottesdienste“ – und, darüber hinaus, wie die Beziehung zwischen den Müttern wächst.

Die Seniorenarbeit haben wir im Seniorenheim Blumenau zentralisiert, um auch diese Einrichtung in unser Gemeindeleben einzubeziehen. Es gibt Seniorennachmittage, Turnstunden, Gottesdienste. Viele einzelnen Aktivitäten werden von Ehrenamtlichen geleitet. Das sind noch immer christliche Treffen, wo man gemeinsam Spaß hat. Viele betrachten die Kirche als etwas ausschließlich Ernsthaftes, das sonntags im Programm steht. Aber diese Treffen bauen eigentlich Gemeinschaft und letztendlich Kirche auf. Es ist uns sehr wichtig, dass Kirche Spaß macht.

Wie gelingt es, ehrenamtliches Engagement zu fördern?

P. D.: Es war für uns von Anfang an sehr wichtig, die Ehrenamtlichen, die schon in der Gemeinde aktiv sind, zu unterstützen und in einen Rahmen zu setzen. So konnte Anna auch neue Freiwillige begeistern: sowohl für Kinder- und für die Seniorenarbeit, als auch für sonstige Einzelangebote. Wir freuen uns darüber, dass sie diese Arbeit sehr bewusst und selbstständig weiterführen.

A. D.: Die Arbeitsqualität ist dadurch auch viel besser, denn es engagieren sich Menschen, die in den jeweiligen Bereichen langjährige Erfahrung besitzen. Man denkt manchmal, dass die Gemeindepädagogin oder der Pfarrer all die Gaben haben muss, die in der Gemeindearbeit erforderlich sind, aber es ist wunderbar, wenn Freiwillige aktiv werden und ihr Können und Wissen weitergeben.

P. D.: Sicherlich bedürfen auch die evangelischen Gemeindeglieder manchmal der Neueinführung in die Gemeinde. Meistens studiert und arbeitet man eine Zeit lang anderswo und verliert dadurch den Anschluss zur eigenen Gemeinde, zur Kirche. Ein sehr wichtiger Aspekt unserer Tätigkeit ist es, einen Lebensraum zu schaffen, wo ein Neuanschluss stattfinden kann.

Sind die Menschen offen dafür oder ist dies eine schwierige Aufgabe?

A.D.: Man muss sie schon einladen und Verschiedenes anbieten. Das Risiko besteht darin, dass sie zu den Veranstaltungen kommen, ohne auch den Gottesdienst zu besuchen bzw. Anschluss in der Gemeinde zu finden. Wir wünschen uns natürlich, dass wir uns vor allem im Gottesdienst treffen, sonst bleibt man externes Mitglied einer bestimmten Gruppe, ohne wirklich zur Gemeinde zu gehören.

Gibt es für Sie eine Trennung, eine Grenze zwischen Beruf und Privatleben?

P. D.: Eher eine Spannung, im positiven Sinne. Wir sind zugleich als Kollegen und als Ehepaar bei der Arbeit. Deshalb betrachten wir es als sehr wichtig, unseren Glauben in der Gemeinde zu leben und andere dazu zu ermutigen. Wir versuchen, Möglichkeiten zu bieten, damit eine Gemeinschaft entstehen kann – das wünschen wir uns gleichermaßen als Geistliche und als Christen. Ganze Jahrhunderte hindurch bis zur heutigen Zeit ist in unserer evangelischen Kirche der Glaube auf diese Art und Weise gelebt worden. Das Gesellschaftliche war Teil der Kirche und umgekehrt. Es war immer ein Miteinander.

Wieso ist es Ihrer Meinung nach heutzutage anders?

P. D.: Auf jeden Fall dadurch, dass die Gemeinschaft nach 1990 einen sehr starken Abbruch erlebt hat und sich dann teilweise wieder neu finden musste. Sicherlich auch durch die moderne Gesellschaft, die alles relativiert und alles zu einem Angebot macht, nicht zu einer Lebenseinstellung.

Hat man als Pfarrer-Ehepaar auch eine Vorbildfunktion für die anderen?

P. D.: Ja, auch wenn wir es ursprünglich nicht erwartet hatten. Wir merken oft, dass vor allem Jugendliche unserer Gruppen fragend zu uns treten und auch in unserem Zusammenleben Antworten suchen.

Hat man auch Freizeit und Hobbys?

P. D.: Weil die Arbeit so vielseitig ist, entsteht nicht unbedingt eine Lücke: unsere Hobbys können wir teilweise mit der Arbeit verbinden.

A. D. Das stimmt. Da können wir ganz viele Beispiele nennen: Wandern oder gemeinsam Singen, Basteln oder Backen. Das alles bringt wiederum einen Mehrwert für die Arbeit…

P. D.: Es macht jedenfalls Mut, in Gemeinschaft den Glauben zu leben. Das war mir früher als Student nicht so bewusst. Erst hier in Kronstadt, durch die praktische Arbeit als Pfarrer, habe ich gemerkt, dass es entscheidend ist.

A. D.: Ich finde, dass sich mein Glauben hier viel verändert und verstärkt hat, nicht zuletzt durch die vielen Begegnungen. Ich schaue auch gerne, wie andere Familien mit Glauben umgehen und lerne von ihnen.

Herr Pfarrer, ist die Jugendarbeit eine Herausforderung?

P. D.: Die Jugendarbeit ist ein Teil meines Dienstes, der sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, denn man könnte immer wieder Neues anbieten und unternehmen, es gibt keine Grenzen. Diese Arbeit ist insoweit schwierig, als sie sich in einem ständigen Wandel befindet. Dort, wo eine Gruppe zusammenwächst, geht sie in spätestens vier-fünf Jahren auseinander, wenn die jungen Leute ein Studium in anderen Städten beginnen.

Es ist eine Herausforderung, neue Mitglieder in eine bestehende Gruppe so zu integrieren, dass die Gruppe immer weitergehen kann. In diesem Kontext ist es meiner Meinung nach wichtig, sich bewusst zu machen, wieso man eigentlich Jugendarbeit fördert: Jugendliche sollten im Raum Kirche ihr Leben leben können. Sie sollten nicht nur einzelne Angebote nutzen, sondern sich ganzheitlich angesprochen fühlen.

Manchmal gelingt es, manchmal nicht – es liegt nicht alles in unserer Hand. Auf jeden Fall prägt es: Ich lerne immer wieder Menschen kennen, die früher in der Jugendgruppe sehr aktiv waren, und die sich jetzt vielleicht nach langer Pause wieder in der Gemeinde einbinden. Vor allem die jüngeren Presbyter sind ein Beispiel dafür und ermutigen mich, auch weiterhin Jugendarbeit aufmerksam zu pflegen.

Sollen wir auch von Plänen sprechen?

A. D.: Wir haben viele Pläne, jedoch müssen diese nun eine Zeit warten – aus einem erfreulichen Grund. Wir bekommen Zwillinge! Ich denke, für mich ist das genug Beschäftigung für die nächsten zwei Jahre. Ich freue mich, dass es bereits eine Krabbelgruppe gibt, und werde mich gewiss auch ehrenamtlich darin engagieren.

Haben Sie Dank für das Gespräch.

Lichtträger im Advent

Artikel Ralf Sudrigian erschienen in der Karpatenrundschau am 17.12.2009

Ordination des Pfarrers Peter Demuth

Die Kronstädter Honterusgemeinde hat seit Samstag, 12. Dezember, in Peter Demuth, einen neuen zweiten Pfarrer. Seine Ordination in der Schwarzen Kirche wurde von Bischof D. Dr. Christoph Klein, assistiert von den Pfarrern Andrei Pinte und Hannelore Agnethler vorgenommen. In der Ordinationspredigt unterstrich Bischof Klein, dass heutzutage, wo in unseren kleiner gewordenen Gemeinden neue Aufgaben auf die Pfarrer zukommen,  die „Haushalterschaft Gottes“ das Eigentliche und Wesentliche im Pfarrdienst bleibe. In Anlehnung an die Adventszeit und die Adventskerzen verglich der Bischof die Tätigkeit eines Pfarrers mit der eines Lichtträgers, der Licht bringt und  für möglichst viele Menschen dieses Licht auch bewahren und weiter reichen soll. Anschließend wurde Peter Demuth von dem Dechanten des Kronstädter Kirchenbezirks, Stadtpfarrer Christian Plajer, nach Befragung des Presbyteriums und nach dessen Befürwortung als zweiter Pfarrer der Honterusgemeinde eingeführt.
Dem Ordinationsgottesdienst vorgegangen war das Ordinationsgespräch im Gemeinderaum der Honterusgemeinde, dem Gemeindeglieder, Amtsbrüder aus Gemeinden des Burzenlandes aber auch aus Reps und Heltau, ehemalige Lehrer, Studienkollegen und Freunde, die Ehegattin und die Eltern des zu ordinierenden Pfarrers, beiwohnten. Peter Demuth stellte zu Beginn dieser zur Tradition gewordenen Zeugnisablegung sein Lebenslauf kurz vor: Geboren wurde er am 31. August 1983 in Schäßburg, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte und 2002 das Josef-Haltrich-Lyzeum absolvierte. Zur Überraschung vieler startete er in demselben Jahr sein Theologie-Studium in Hermannstadt, das Demuth mit Studienreisen und Praktika im Ausland ergänzte. Ein Zwei-Semester-Stipendium des Gustav-Adolf-Werkes ermöglichte ihm eine Studiumsmöglichkeit an der theologischen Fakultät Leipzig wo er dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Diaspora-Theologie weitere zwei Semester Forschungsarbeit durchführen konnte. Nach dem Vikariat in Heltau legte Peter Demuth seine Pfarramtsprüfung in diesem Jahr ab und wurde nach Kronstadt entsandt. Hier ersetzt er nun Pfarrerin Hannelore Agnethler die ihre Arbeit in Kronstadt beendet. Pfarrer Demuth wird sich vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit einsetzen.


Das Thema zu dem er seine Thesen für das Ordinationsgespräch aufstellen sollte, lautete „Geistliches und weltliches Regiment Gottes im Bekenntnis unserer Kirche“ – ein aktuelles Thema, wie Bischof Klein hervorhob, weil zwischen den beiden Bereichen unterschieden, aber nicht getrennt werden sollte.


Ralf Sudrigian

Die Kronstädter Wochenschrift “Karpatenrundschau” erscheint als Beilage in der “Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien”.
Herausgeber: Demokratisches Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt
Redaktion: 500.030 Braşov, Str. GH. Baiulescu 2,
Fernruf und Telefax: 0040 -(0)268/475 841,
E-Mail:kronstadt@adz.ro
Schriftleiter: Elise Wilk.
Redaktuere:Ralf Sudrigian, Hans Butmaloiu, Christine Chiriac (Redakteurin, 2009-2014), Dieter Drotleff (Redaktionsleiter 1989 – 2007)