Mit fremden sprechen

Mit Fremden sprechen

Qantas hat einen revolutionären Weg gefunden, das Gemeinschaftsgefühl an Bord zu stärken: Sie schalten einfach das Entertainment-System ab. Naja, fast. Es ist abgestürzt – und mit ihm sämtliche Bildschirme im Flugzeug.

Zunächst kollektiv genörgelt, dann einzeln verflucht, suchte jeder fieberhaft nach Ersatz auf dem eigenen Gerät. Doch irgendwann war klar: Kein Netflix, kein YouTube, keine digitale Betäubung. Und so blieben zwei Möglichkeiten: Entweder mit dem eigenen Familienmitglied sprechen (Gott bewahre!) oder – noch radikaler – mit dem völlig unbekannten Sitznachbarn.

Bei mir war es mit dem Fremden yu sprechen denn ich war alleine unterwegs und er auch. Nun haben wir uns verliebt und wollen heiraten. Nein quatsch aber so in etwa könnte es laufen. Ich führte ein langes, intensives Gespräch mit einem Fremden. Früher normal, heute die Ausnahme. Ob in Hongkong, Berlin oder Melbourne – überall sitzen Menschen in Cafés, Bahnen und Wartehallen, vereint im Schweigen, hypnotisiert von den blauen, flackernden Lichtern in ihren Händen.

Ohne Bildschirm mehr Gemeinschaft. Vielleicht kein Systemfehler, sondern Zukunft? „Auf unseren Flügen gibt es Gespräche und gutes Essen“ – ein Slogan, der eine Fluggesellschaft endgültig in den Bankrott treiben würde.

Und doch: 1. Petrus 3,15 fordert uns auf, jederzeit bereit zu sein, Rechenschaft über unsere Hoffnung zu geben – wenn man uns danach fragt. Vielleicht beginnt das Zeugnisgeben nicht in der Kanzel, sondern mitten im Flugzeug, zwischen Tomatensaft und Turbulenzen. Wer hätte gedacht, dass ein Systemabsturz die beste Gelegenheit sein könnte, über den Glauben ins Gespräch zu kommen? Wer… ja der Pfarrer natürlich… 

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